Vasektomie - Sterilisation des Mannes

Wenn die Familienplanung abgeschlossen ist stellt sich die Frage nach der bestmöglichen und auch gesundheitlich verträglichsten Verhütungsmethode. Viele Männer wollen hierbei selbst die Verantwortung übernehmen und nehmen die Sache in die Hand.


Was passiert bei der Sterilisation beim Mann?

Die Vasektomie  ist ein kleiner chirurgischer Eingriff zur Empfängnisverhütung beim Mann. Häufig wird die Vasektomie auch als Sterilisation des Mannes bezeichnet. Bei der Vasektomie wird der Samenleiter in lokaler Betäubung durchtrennt.
Die Potenz und Erektion, der Orgasmus, die Testosteronproduktion und der Samenerguss bleiben durch die Vasektomie unverändert!


Wie läuft die Vasektomie in der Uropraxis Ulm ab?

Da es sich bei der Vasektomie und Sterilisation beim Mann um einen sehr persönlichen Eingriff handelt, legen wir großen Wert auf eine vertrauensvolle Atmosphäre und eingehende Beratung. Als erstes wird im Gespräch über den Ablauf und die Folgen der geplanten Sterilität aufgeklärt. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung des OP-Gebietes, wobei die Samenleiter, Hoden und Nebenhoden abgetastet werden. Bei der Untersuchung kann gleich mitgeteilt werden, wo und wie die lokale Narkose und der Eingriff erfolgen. Nach Einwilligung und Unterschrift des Patienten wird der Behandlungsvertrag unterzeichnet  und ein Operationstermin vereinbart.
Bei jungen Männern und Männern, die noch keine Kinder gezeugt haben, sollte dieser Schritt gut überlegt sein. Wir bieten Ihnen in diesem Fall gerne einen zweiten Gesprächstermin an, um nochmals über den Eingriff zu sprechen und Ihnen ausreichend viel Bedenkzeit zu geben.


Wie verläuft der Eingriff?

Der Samenleiter wird am Übergang von Hodensack zur Leiste unter der Haut getastet und vom Operateur mit den Fingern oder einer Klemme unter der Haut fixiert. Es erfolgt eine lokale Narkose um den Samenleiter und die Schnittstelle. Die Narkosewirkung wird nochmal bevor die Haut über dem Samenleiter etwa 1cm eröffnet wird. Der Samenleiter wird hervorgeholt und ein ca. 2 cm großes Stück entfernt. Die beiden Enden werden verödet und dann in unterschiedlichen Schichten im Hodensack vernäht. Danach wird die Haut mit einigen Stichen wieder zusammengenäht. Der Faden löst sich innerhalb von 2-3 Wochen auf. Nach einem sterilen Druckverband erfolgt das gleiche Vorgehen auf der Gegenseite.
Insgesamt dauert der Eingriff etwa 15-45 Minuten. Sicherheit ist wichtiger als Geschwindigkeit.


Vasektomie: Risiken und Nebenwirkungen

Die Risiken bei einer Vasektomie sind gering. Komplikationen treten sehr selten auf. Generelle Risiken bei allen operativen Eingriffen sind das Auftreten von Blutungen, Nachblutungen, Infektionen und ausgeprägter Narbenbildung. Einige Männer können die Enden der Samenleiter als druckschmerzhafte Knubbel über einige Wochen tasten.
Wie ist die Nachbehandlung nach Vasektomie?
Eine Wiedervorstellung in der Praxis direkt nach der Operation muss nicht erfolgen, wenn Sie keine Beschwerden haben. Der Hautfaden löst sich von alleine auf und ist nach ca. 2-3 Wochen verschwunden. Solange sollten Sie auf Vollbäder oder Saunieren verzichten. Duschen ist ab dem ersten Tag nach der OP möglich.
Am Tag der Vasektomie bleiben Sie zu Hause und verhalten sich ruhig, um das Risiko einer Nachblutung gering zu halten. In den folgenden 2 Tagen nach dem Eingriff sollten sie sich körperlich etwas schonen. Wenn sie sich wohl fühlen sind körperlichen Belastungen, Sex und Sport nach ca. 1 Woche wieder erlaubt.


Wie sicher ist die Sterilisation beim Mann?

Die Vasektomie ist die sicherste Form der Verhütung. Der sogenannte Pearl-Index liegt bei 0,1. Dies ist eine etwas hypothetische Annahme zur Sicherheit von Verhütungsmethoden: Wenn 1000 fruchtbare Frauen regelmäßig Sex mit einem sterilisierten Mann haben würde nur 1 Frau in 1 Jahr trotz Vasektomie schwanger werden.  Zum Vergleich: Der Pearl Index für Pille liegt bei etwa 1. Der für das Kondom bei 10. Damit ist die Vasektomie 10x so sicher wie die Pille und 100x so sicher wie das Kondom.
Nach der Operation können sich noch Spermien in den Samenwegen befinden, so dass noch eine Befruchtung stattfinden kann! Deshalb sind 2 Sperma-Kontrollen nach 2 und 3 Monaten (oder nach ca. 10-20 Ejakulationen) erforderlich. Wenn bei beide Kontrollen keine Spermien nachgewiesen werden, kann auf eine weitere Verhütung verzichtet werden.
In sehr seltenen Fällen (0,02-0,4%) wachsen die durchtrennten Enden des Samenleiters wieder zusammen und bilden erneut einen durchgängigen Kanal, so dass erneut Schwangerschaften wieder möglich sind. Um dies sicher auszuschließen, können auch Jahre nach der Operation Spermiogramm-Kontrollen Sicherheit geben.
Trotzdem gibt es ein Restrisiko von etwa 1:15.000 , dass trotz erfolgreicher Sterilisation eine ungewollte Schwangerschaft auftritt ( in Deutschland ca. 3 Fälle bei über 55.000 Vasektomien pro Jahr). Dies kann zum Beispiel durch Fistelbildung oder zusätzliche Samenleiter entstehen.  Die Vasektomie ist dennoch das sicherste Verfahren zur Empfängnisverhütung.


Refertilisierung nach Vasektomie – Vasektomie rückgängig machen

Stellt sich dennoch wieder ein  Kinderwunsch ein - meist durch eine neue Partnerschaft - ist die Vasektomie wieder Rückgängig zu machen. In spezialisierten Zentren werden die Samenleiter wieder zusammengenäht. Für eine künstliche Befruchtung kann man Spermien auch direkt aus dem Hoden entnehmen. Die Refertilisierung ist technisch sehr aufwendig und mit entsprechend hohen Kosten verbunden.